Die Stadt Ratzeburg hat zu einer Veranstaltung geladen, deren zweiter Teil als Bürgerdialog angekündigt worden ist. Es hat ein großes Bürgerinteresse bestanden. Der Bürgermeister erklärte, dass die Gruppe RZ Mitte, Gesprächsbedarf angekündigt hat. Er hat seiner Verwunderung Ausdruck verliehen, dass sie nicht schriftlich um einen Termin gebeten haben. Zur Aussage der Gruppensprecherin, dass sie es mehrfach getan haben, ihre mails aber unbeantwortet geblieben sind, auch die an die Parteien, wird nicht weiter eingegangen.Ich hätte gerne die gesammelten Anfragen auf seinem Tisch gesehen. So hat der Bürgermeister sich veranlasst gesehen mitzuteilen, er sei lediglich für die Verwaltung und Umsetzung von Beschlüssen zuständig. Damit die Fragen der Bürger beantwortet werden, hat er als Verstärkung drei Politiker aus dem Kreistag eingeladen, CDU, SPD und Grüne. Es ist die Antwort auf die Frage an ihn gewesen,:“Was ist für sie Demokratie.“ Das ist ein für mich bedenkliches Zeugnis, das er sich ausgestellt hat. Der Dialog wurde von einem Moderator geführt, der mit Weihrauch übergossen worden ist. Das „Warum“ erschließt sich mir nicht. Ein weiterer Bürger berichtet, dass er für die Plätze im Kindergarten 650 Euro bezahle. Aufgrund der Unzuverlässigkeit dieser Institution könne einer nur halbtags arbeiten; im Monat fehlen 600 Euro in seiner Börse. Als Sanitäter sehe er unendlich viel Elend, das schwer auszuhalten wäre. Nun kommen die Bezirkspolitiker ins Spiel. Ja, für die Randgruppen müsse mehr getan werden. Dem Land fehle es an Geld. Steuern runter bei Lebensmitteln ist kein Thema für die zur Randgruppe avancierten Familien. Ob nach dieser Aussage ein ursächlicher Zusammenhang zum Geburtenrückgang hergestellt wird, wage ich zu bezweifeln. Zu Beginn des Dialoges wurde eine Nettiquette vereinbart. Nun verliert der überwiegende Teil, ich bezeichne ihn als Inbegriff von Anständigkeit, die Haltung. Es wird durch die Aula gerufen und ungefragt diverse Vorschläge gemacht, wie die Gruppe Ratzeburg Mitte etwas verändern könnte. Sich ehrenamtlich engagieren, so könnten auch wieder mehr Angebote gemacht werden. Das Interesse der Bürger fehle. Ehrenamt ist keine Arbeit, die nicht bezahlt wird, aber unbezahlbar ist! Wenn alle Ehrenamtler für eine Woche ihre Arbeit niederlegen würden, würde in unserem Land nichts mehr funktionieren. Ein weiterer Vorschlag lautet, man solle mit dem zufrieden und glücklich sein, was man hat. Nun wird der Bürgerdialog zur verbalen Bürgerkloppe. RZ Mitte verfällt in dumpfes Brüten und in meinem Kopf dreht mittlerweile der Becken schlagende Affe auf dem Dreirad aus der Simpson Serie seine Runden. Mein Fazit des Abends: Das Volk steht auf; aber nicht mit uns , ist die Antwort von der Politik. Das Erzählte wollen sie nicht sehen und hören, auch die Bürger mit ihren besseren Einkommen. Im Egoismus liegt das Heil. Es ist wichtig ein Störenfried zu sein, wenn eine sachliche Debatte nicht möglich ist. Mittlerweile ist die Debatte emotional, und wird als aggressiv bezeichnet. Nach der Veranstaltung fällt die Maske eines SPD Politikers. Er fordert uns auf, wir sollten „angedackelt“ kommen und ihn besuchen. Seine Daten würden wir auf der Seite der SPD finden, wir kennen ja nun sein Gesicht. Es ist wohl der Wahlfrust, der über einem engagierten Bürger, der zugehört hat, ausgegossen wird. Nun fungiert er, wenn auch deplaziert, als Blitzableiter. Vorschläge, sich einen anderen Job zu suchen, Vorwürfe, die nicht wahr sind…Es ist frech, schäbig und überheblich. Kleinstadtpolitik ist nicht anders als in Berlin. Der Graben zwischen dem“ Erklären Wollen“ der Politik und ihrem Handeln, größer kann eine Kluft nicht sein. Meine rosa Brille liegt schon lange zertreten im Matsch.