Ich bin seit Monaten unterwegs mit Gruppen, die sich im Widerstand bewegen. Ich bin auf der Suche nach Menschen, die mit mir vor den Rathäusern eine Schweigemauer bilden. Die Antworten die ich erhalte lauten:“ Wenn die Autos nicht mitgenommen werden können, geht das nicht. Meine Bitte 15 MINUTEN SCHWEIGEN, geht nicht. Das hält keiner aus, so lautet die Antwort. „Wo bleiben die Bauern?“, wird gefragt. Seht ihr nicht, sie sind bei der Ernte! Du schreibst zu viel, ich lese nicht mehr, so lauten die Antworten. Würdet ihr lesen, hättet ihr wahrgenommen, dass die Landwirte aus ihren Verbänden austreten, weil sie sich nicht vertreten fühlen. Sie gründen aus Verzweiflung eine Partei und hoffen auf ein Wahlergebnis, wie in den Niederlanden. Wir leben in einem Land, wo die Regierung dafür Sorge trägt, dass die Landwirtschaft die Bürger nicht mehr versorgen kann! Es sind nur einige kleine Beispiele und ich frage mich, warum sollen Hupen, bunte Parolen, Autokorsos etwas ändern? Um was geht es? Warum bist du im Widerstand? Was ist dein Ziel? Warum Bürger aufstehen ist formuliert. Ändert dieses Handeln etwas? Bewegt hat mich der ältere Herr auf der letzten Mahnwachen, auf der ich diese Fragen gestellt habe. Er erzählte von den Schweigemärschen 1989 im Osten. Er berichtete von seiner Angst, erschossen zu werden. Jeden Montag sind es mehr Bürger geworden, die sich angeschlossen haben. Warum bezeichnest du dich als Widerstand? Ich unterstütze dich, bei der Suche nach deinen Antworten, ohne dich zu bewerten. Nimm Kontakt mit mir auf.
Die Stadtschreiberin